Zahnarzt Stuttgart

Ursachen und Folgen einer Parodontitis

Die Parodontitis beschreibt eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Parodontiums oder Zahnhalteapparats. Dieser umfasst neben dem Zahnfleisch und Kieferknochen auch die Wurzelhaut und den Zahnzement. Eine Parodontitis wird von pathogenen Bakterien verursacht und gilt als Hauptursache für Zahnverlust. Heute ist wissenschaftlich belegt, dass die Erkrankung auch erhebliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Gesamtorganismus nimmt und an vielen Krankheiten maßgeblich beteiligt ist. Menschen, die unter einer Parodontitis leiden, sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, Diabetes, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, einen Schlaganfall, Alzheimer, Rheuma und Arthritis zu entwickeln. In der Schwangerschaft kann eine unbehandelte Parodontitis der Mutter eine Früh- oder Fehlgeburt hervorrufen. Neben dem Begriff der Parodontitis ist auch die Bezeichnung Parodontose gebräuchlich. Allerdings handelt es sich bei einer Parodontose um eine nicht-entzündliche Krankheit der Mundhöhle, die ebenfalls langfristig zu Zahnbettschwund führen kann

Wie verläuft eine Parodontitis?

Eine Parodontitis entwickelt sich in den meisten Fällen aus einer unbehandelten Gingivitis, also einer Zahnfleischentzündung. Die Bakterien, die für die Entstehung beider Erkrankungen verantwortlich sind, siedeln sich bei einer schlechten Mundflora vermehrt in Form von Plaque an den Zähnen an. Sie produzieren toxische Stoffwechselprodukte, die zunächst zu einer Zahnfleischentzündung führen (Bild 1). Diese kann sich in Form von Zahnfleischbluten bemerkbar machen, verursacht jedoch keinerlei Schmerzen. Bleibt die Entzündung unerkannt, dringen die Bakterien tiefer ins Zahnfleisch vor und bilden dort Zahnfleischtaschen. (Bild 2 & 3). Auch in diesem Stadium verläuft eine Parodontitis in den meisten Fällen schmerzfrei. Bei ausbleibender Behandlung verursachen die Beläge einen allmählichen Rückgang des Zahnfleisches. Die Entzündung greift auf den Kieferknochen über und führt dort über Monate oder Jahre hinweg zu einem Abbau von Knochengewebe (Bild 4). Dadurch kommt es zu einer Lockerung der Zahnwurzel, bis die betroffenen Zähne schließlich ausfallen.

 

Vom Zahnstein bis zum Zahnverlust

Anzeichen für das Vorliegen einer Parodontitis

Die Diagnose einer Parodontitis kann nur im Rahmen einer zahnärztlichen Untersuchung erfolgen. Die Betroffenen selbst wissen lange nicht, dass sie unter der Erkrankung leiden, da sie sich schleichend entwickelt und erst im Endstadium Beschwerden verursacht beziehungsweise auffällt. Viele Patienten konsultieren ihren Zahnarzt erst dann, wenn sich die Zähne bereits zu lockern beginnen. In diesem Stadium hat sich die Erkrankung bereits mehrere Jahre unentdeckt im Zahnhalteapparat ausgebreitet. Im Anfangsstadium liefert lediglich Zahnfleischbluten bei Berührung oder während des Zähneputzens einen eindeutigen Hinweis auf eine Gingivitis. Auch Veränderungen im Aussehen des Zahnfleisches können mitunter auf eine Parodontitis hindeuten. Während gesundes Zahnfleisch von fester Struktur ist, nicht blutet und eine hellrosa Farbe aufweist, ist es bei einer Entzündung rötlich und hat sich oft schon zurückzugezogen. Dies macht sich durch die freiliegenden Zahnhälse bemerkbar. Das genaue Stadium einer Parodontitis kann jedoch nur durch einen Zahnarzt definiert werden.

Erfolgreiche Maßnahmen zur Behandlung einer Parodontitis

Die konsequente Entfernung der bakteriellen Plaque ist eine wesentliche Grundvoraussetzung für den Erhalt der Gesundheit des Zahnhalteapparats. Diese setzt neben einer sorgfältigen häuslichen Zahnpflege auch eine regelmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt voraus. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Menschen, die zweimal jährlich eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen, deutlich seltener unter Parodontitis leiden. Hat sich das Zahnfleisch bereits zurückgezogen oder liegt eine Entzündung des Parodontiums vor, sollte die professionelle Zahnreinigung viermal pro Jahr stattfinden.

Bei der häuslichen Mundhygiene ist neben sorgfältigem Zähneputzen auch auf eine konsequente Entfernung der Plaque in den Zahnzwischenräumen zu achten, um einer Vermehrung der bakteriellen Keime vorzubeugen. Empfehlenswert ist die Anwendung von Interdentalbürstchen und antibakteriellen Mundspülungen. Dieser Aspekt wird häufig vernachlässigt, da die Zahnzwischenräume mit fortschreitendem Lebensalter größer werden.

Parodontitis-Behandlung bei AllDent

Um einen drohenden Zahnverlust zu vermeiden, muss nach der Diagnose einer Parodontitis dringend eine zahnärztliche Behandlung eingeleitet werden. Diese richtet sich einerseits nach dem festgestellten Stadium der Erkrankung sowie andererseits nach den Gewebeschäden, die auf den Röntgenbildern erkennbar sind.

Schritt 1: Intensiv-Mundhygiene und Vorbehandlung

Die wichtigste Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Parodontitis-Behandlung ist die gründliche zahnärztliche Entfernung von Plaque und Zahnstein. Wesentliche Aspekte dieser Therapiephase sind auch das Austauschen von alten oder bereits undichten Versorgungen sowie mehrere professionelle Zahnreinigungen. Nur durch die aktive Mitarbeit des Patienten zeigen diese Behandlungsmaßnahmen den gewünschten Erfolg. Der Fortschritt wird anhand des Zwischenzustandes der Mundhöhle regelmäßig ausgewertet. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die weitere Parodontitis-Behandlung nur, wenn die Vorbehandlung und Mitarbeit des Patienten als optimal bewertet werden können.

Schritt 2: Kürettage zur Eliminierung der Bakterien aus den Zahnfleischtaschen

Die bakteriellen Keime und Beläge, die sich in den Zahnfleischtaschen angesiedelt haben, werden mit Küretten und Scalern restlos beseitigt. Im Idealfall kommen zur Reinigung zusätzlich auch spezielle Laser zum Einsatz. Eine gründliche Säuberung der Zahnfleischtaschen bietet optimale Grundvoraussetzungen für eine umfassende Regeneration und Heilung des betroffenen Gewebes.

Schritt 3: Gegebenenfalls Maßnahmen zur Wiederherstellung von Gewebe

Ist das Zellgewebe des Zahnfleisches und der Knochensubstanz durch eine fortgeschrittene Parodontitis erheblich geschädigt, kommen moderne chirurgische Methoden zu dessen Wiederherstellung zum Einsatz. In der modernen biologischen Zahnmedizin stehen zudem sanfte Maßnahmen zur vollständigen Regeneration von Gewebe des Zahnhalteapparats zur Verfügung.

Schritt 4: Konsequente Nachsorge

Durch regelmäßig durchgeführte Kontrolluntersuchungen, professionelle Zahnreinigungen sowie eine verbesserte häusliche Zahnpflege unter zahnärztlicher Anleitung wird die Regeneration gezielt gefördert. Ein Zusammenspiel dieser wichtigen Nachsorge-Maßnahmen kann auch nachhaltig verhindern, dass es zu einem erneuten Auftreten der Parodontitis kommt.

Unklare Begriffe?

Finden Sie eine Erklärung in unserem  Fachbegriffs-Lexikon.

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihren Besuch effizienter zu machen und Ihnen mehr Benutzer­freund­lichkeit bieten zu können mehr Informationenschließen