Zahnarzt Stuttgart

Was ist eine Parodontitis?

Die Parodontitis beschreibt eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparats (Parodontium). Dieser umfasst neben dem Zahnfleisch und Kieferknochen auch die Wurzelhaut und den Zahnzement. Eine Parodontitis wird von schädlichen (pathogenen) Bakterien verursacht und gilt als Hauptursache für Zahnverlust.

Eine Parodontitis entwickelt sich in den meisten Fällen aus einer unbehandelten Gingivitis, also einer Zahnfleischentzündung. Die Bakterien, die für die Entstehung beider Erkrankungen verantwortlich sind, siedeln sich bei einer schlechten Mundflora vermehrt in Form von Zahnbelag (Plaque) an den Zähnen an. Sie produzieren giftige Stoffwechselprodukte, die zunächst zu einer Zahnfleischentzündung führen (Bild 1). Diese kann sich in Form von Zahnfleischbluten bemerkbar machen, verursacht jedoch keinerlei Schmerzen. Bleibt die Entzündung unerkannt, dringen die Bakterien tiefer ins Zahnfleisch vor und bilden dort Zahnfleischtaschen. (Bild 2 & 3). Auch in diesem Stadium verläuft eine Parodontitis in den meisten Fällen schmerzfrei.

Warum ist eine Parodontitis gefährlich?

Wird eine Parodontitis nicht behandelt, verursachen die Beläge einen allmählichen Rückgang des Zahnfleisches. Die Entzündung greift auf den Kieferknochen über und führt dort über Monate oder Jahre hinweg zu einem Abbau von Knochengewebe (Bild 4). Dadurch kommt es zu einer Lockerung der Zahnwurzel, bis die betroffenen Zähne schließlich ausfallen.

Heute ist wissenschaftlich belegt, dass eine Parodontitis (umgangssprachlich Parodontose) erhebliche, negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Gesamtorganismus hat. Bei einer Parodontose handelt es sich dagegen um eine nicht-entzündliche Krankheit der Mundhöhle. Aber auch diese kann langfristig zu Zahnbettschwund führen.

Parodontitis ist an vielen Krankheiten maßgeblich beteiligt. Menschen mit dieser Erkrankung haben ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Alzheimer, Rheuma und Arthritis. In der Schwangerschaft kann eine unbehandelte Parodontitis der Mutter eine Früh- oder Fehlgeburt hervorrufen.

Wie verläuft eine Parodontitis?

Eine Parodontitis entwickelt sich in den meisten Fällen aus einer unbehandelten Gingivitis, also einer Zahnfleischentzündung. Die Bakterien, die für die Entstehung beider Erkrankungen verantwortlich sind, siedeln sich bei einer schlechten Mundflora vermehrt in Form von Plaque an den Zähnen an. Sie produzieren toxische Stoffwechselprodukte, die zunächst zu einer Zahnfleischentzündung führen (Bild 1). Diese kann sich in Form von Zahnfleischbluten bemerkbar machen, verursacht jedoch keinerlei Schmerzen. Bleibt die Entzündung unerkannt, dringen die Bakterien tiefer ins Zahnfleisch vor und bilden dort Zahnfleischtaschen. (Bild 2 & 3). Auch in diesem Stadium verläuft eine Parodontitis in den meisten Fällen schmerzfrei. Bei ausbleibender Behandlung verursachen die Beläge einen allmählichen Rückgang des Zahnfleisches. Die Entzündung greift auf den Kieferknochen über und führt dort über Monate oder Jahre hinweg zu einem Abbau von Knochengewebe (Bild 4). Dadurch kommt es zu einer Lockerung der Zahnwurzel, bis die betroffenen Zähne schließlich ausfallen.

 

Vom Zahnstein bis zum Zahnverlust

Was sind Anzeichen einer Parodontitis?

Eine Parodontitis kann nur im Rahmen einer zahnärztlichen Untersuchung festgestellt werden. Die Betroffenen selbst wissen lange nicht, dass sie unter der Erkrankung leiden, da sie sich schleichend entwickelt und erst im Endstadium Beschwerden verursacht.

Viele Patienten konsultieren ihren Zahnarzt erst dann, wenn sich die Zähne bereits zu lockern beginnen. In diesem Stadium hat sich die Erkrankung jedoch bereits mehrere Jahre unentdeckt im Zahnhalteapparat ausgebreitet. Im Anfangsstadium liefert lediglich Zahnfleischbluten bei Berührung oder während des Zähneputzens einen eindeutigen Hinweis auf eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) als Vorstadium.

Auch Veränderungen im Aussehen des Zahnfleisches können mitunter auf eine Parodontitis hindeuten. Während gesundes Zahnfleisch von fester Struktur ist, nicht blutet und eine hellrosa Farbe aufweist, ist es bei einer Entzündung rötlich und hat sich oft schon zurückgezogen. Dies macht sich durch die freiliegenden Zahnhälse bemerkbar. Das genaue Stadium einer Parodontitis kann nur durch einen Zahnarzt definiert werden.

Wie kann man eine Parodontitis vorbeugen?

Um die Gesundheit des Zahnhalteapparats zu bewahren, muss bakterieller Zahnbelag konsequent entfernt werden. Das setzt neben einer sorgfältigen häuslichen Mundpflege auch eine regelmäßige Professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt voraus. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Menschen, die zweimal jährlich eine Professionelle Zahnreinigung durchführen lassen, deutlich seltener unter Parodontitis leiden. Hat sich aber das Zahnfleisch bereits zurückgezogen oder ist das sogenannte Parodontium schon entzündet, sollte man viermal pro Jahr zur Professionellen Zahnreinigung gehen.

Bei der häuslichen Mundhygiene ist neben sorgfältigem Zähneputzen auch auf eine konsequente Entfernung der Plaque in den Zahnzwischenräumen zu achten. Leider wird oft übersehen, dass letztere mit fortschreitendem Lebensalter größer werden und mehr Pflege benötigen. Empfehlenswert ist die Anwendung von Zahnseide, Interdentalbürstchen und antibakteriellen Mundspülungen.

Wie wird eine Parodontitis behandelt?

Um einen drohenden Zahnverlust zu vermeiden, muss nach der Diagnose einer Parodontitis dringend eine zahnärztliche Behandlung eingeleitet werden. Diese richtet sich einerseits nach dem festgestellten Stadium der Erkrankung sowie andererseits nach den Gewebeschäden, die auf den Röntgenbildern erkennbar sind.

 

Schritt 1: Intensiv-Mundhygiene und Vorbehandlung

Die wichtigste Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Parodontitis-Behandlung ist die gründliche zahnärztliche Entfernung von Plaque und Zahnstein. Wesentliche Aspekte dieser Therapiephase sind auch das Austauschen von alten oder bereits undichten Versorgungen sowie mehrere Professionelle Zahnreinigungen. Nur durch die aktive Mitarbeit des Patienten zeigen diese Behandlungsmaßnahmen den gewünschten Erfolg. Der Fortschritt wird anhand des Zwischenzustandes der Mundhöhle regelmäßig ausgewertet. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die weitere Parodontitis-Behandlung nur, wenn die Vorbehandlung und Mitarbeit des Patienten als optimal bewertet werden können.

 

Schritt 2: Kürettage zur Beseitigung der Bakterien aus den Zahnfleischtaschen

Die bakteriellen Keime und Beläge, die sich in den Zahnfleischtaschen angesiedelt haben, werden mit speziellen Instrumenten - Küretten und Scalern - restlos beseitigt. Im Idealfall kommen zur Reinigung zusätzlich auch spezielle Laser zum Einsatz. Eine gründliche Säuberung der Zahnfleischtaschen bietet optimale Grundvoraussetzungen für eine umfassende Regeneration und Heilung des betroffenen Gewebes.

 

Schritt 3: Maßnahmen zur Wiederherstellung von Gewebe

Ist das Zellgewebe des Zahnfleisches und der Knochensubstanz durch eine fortgeschrittene Parodontitis erheblich geschädigt, kommen moderne chirurgische Methoden zur Wiederherstellung zum Einsatz. In der aktuellen biologischen Zahnmedizin stehen zudem sanfte Maßnahmen zur vollständigen Regeneration von Gewebe des Zahnhalteapparats zur Verfügung.

 

Schritt 4: Konsequente Nachsorge

Durch regelmäßig durchgeführte Kontrolluntersuchungen, Professionelle Zahnreinigungen sowie eine verbesserte häusliche Zahnpflege unter zahnärztlicher Anleitung wird die Regeneration gezielt gefördert. Ein Zusammenspiel dieser wichtigen Nachsorge-Maßnahmen kann auch nachhaltig verhindern, dass es zu einem erneuten Auftreten der Parodontitis kommt.

Ist Parodontitis ansteckend?

Parodontitis ist potenziell ansteckend, da sie durch Bakterien verursacht wird. Bis zu 700 verschiedene Arten davon gibt in der menschlichen Mundhöhle. Meistens sind diese Bakterien harmlos; manche sind sogar nützlich. Mit schädlichen Parodontitis-Keimen kann man andere jedoch unabsichtlich infizieren. Meistens geschieht dieses über den Speichel, beispielsweise durch Küsse oder einen abgeleckten Löffel beim Baby-Füttern. Ob man aber Entzündungssymptome entwickelt, hängt unter anderem vom Immunsystem sowie den jeweiligen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten ab.

Es lohnt sich also, bei einem Parodontitis-Patienten auch die Familie in den Blick zu nehmen. Auch wenn diese keine Symptome zeigt, kann eine vorbeugende Therapie sinnvoll sein.

Wird die Behandlung der Parodontitis von der Krankenkasse übernommen?

Grundsätzlich bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Parodontitis-Therapie. Im Vorfeld muss ein Antrag mit den wichtigsten Angaben eingereicht werden. Die nötigen Professionellen Zahnreinigungen, regenerative Maßnahmen und spezielle Verfahren (etwa die oftmals sinnvolle Lasertherapie) sind jedoch keine Kassenleistung. AllDent bietet diese Behandlungen (wie viele andere) zu besonders günstigen Konditionen.

In vielen Zahn-Zusatzversicherungen sind Parodontitis-Behandlungen eingeschlossen. Darüber sollte man sich rechtzeitig informieren.

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